TSG Ailingen sorgt in der Bezirksklasse Bodensee für eine kleine Überraschung

Nach dem 32:27-Heimsieg gegen den HC Hard II erobern die TSG-Handballer Rang zwei

„Ich habe meiner Mannschaft schon vor dem Spiel gesagt, dass wir ihnen in der Schlussphase konditionell überlegen sein werden", sagte Holger Heerdt, Trainer der TSG Ailingen, kurz nach dem Schlusspfiff in der Handball-Bezirksklasse Bodensee.

Mit „ihnen" meinte Heerdt das Team von HC Hard II, das als Tabellenzweiter favorisiert in die Partie gegangen war. 60 Minuten später war das anders, denn in der Bodenseesporthalle durfte sich nun der Gastgeber als neuer Zweiter von begeistert applaudierenden Zuschauern feiern lassen. Doch der Reihe nach. Zunächst hatte die Reserve der „Roten Teufel vom Bodensee" mehr Feuer, bestimmte durch Matthias Groicher (insgesamt acht Tore) und den sehr groß gewachsenen Rückraumwerfer Patrick Steinmüller – am Ende sieben Treffer – das Spielgeschehen zum 9:6-Zwischenstand. Bis zum 13:10 nach einem Strafwurf von Groicher verteidigten die Gäste aus Österreich ihren Vorsprung, doch die Hausherren hatten durch Lars Rossi von der Siebenmeterlinie und den entschlossenen Mario Locher die richtige Antwort parat. Zur Pause war die muntere Begegnung zum 15:15-Halbzeitstand ausgeglichen und blieb auch nach dem Seitenwechsel ausgeglichen. Bis, ja bis Locher einen Gegenstoß auf Zuspiel von Marco Sadowski zum 26:25 verwertete. In dieser Phase ging ein Ruck durch die Ailinger Mannschaft, in der Torhüter Marc Löchle einige wichtige Bälle parierte. Zehn Minuten vor dem Abpfiff erhöhte Spielmacher Philipp Pietsch auf 29:25, Hards Spielertrainer Matthias Droop zog genervt die „grüne Karte" – Auszeit. Doch die Angriffsbemühungen der Vorarlberger erstickten im Keim oder wurden von der sich mit zunehmender Spieldauer steigernden TSG-Abwehr gestoppt. Spätestens als Philip Mayer einen Tempogegenstoß zwei Minuten vor der Schlusssirene zum 31:26 abschloss, war die Partie zugunsten des Gastgebers entschieden. Da passte es irgendwie in die Heerdt'sche Prognose, dass Gästeakteur Dieter Jochum kurz vor dem Abpfiff ohne Bedrängnis der Ball aus den Händen rutschte und ins Seitenaus kullerte. Am Ende hieß es 32:27 für die TSG Ailingen, die wieder zu träumen beginnen darf. „Wir sind oben dran und wollen jetzt nicht mehr ausrutschen. Falls uns das gelingt, dann können wir auch um den Aufstieg mitspielen", gab Heerdt die Marschroute vor.

TSG Ailingen: Löchle, David Pietsch (Tor); Locher (7), Mayer (5), Manuel Kuttler (5), Lars Rossi (5/5), Philipp Pietsch (4), Marc Kuttler (3), Ficht (2), Sadowski (1), Oliver Rossi, Felbinger, Kevin Wallkum

 

Von Thomas Schlichte