TSG Ailingen unterliegt im Spitzenspiel der Handball-Bezirksklasse mit 21:23
TS Dornbirn gewinnt eine Begegnung, in der beide Teams mit dem Unparteiischen hadern
Dornbirn - Wenn man verloren hat, dann schimpft man ganz gerne einmal auch über den Schiedsrichter, der allerdings meistens nichts dafür kann. Doch das, was im vorarlbergischen Dornbirn im Spitzenspiel der Handball-Bezirksklasse zwischen dem TS Dornbirn und der TSG Ailingen vom Unparteiischen geboten wurde, hatte mitunter höchsten Unterhaltungswert. Und da waren sich beide Teams, Spitzenreiter Dornbirn und die Verfolger aus Ailingen, sowie die Zuschauer einig. „Schade, dass in einem Topspiel nicht die Mannschaften, sondern der Schiedsrichter im Mittelpunkt steht", übte Holger Heerdt, Coach der TSG Ailingen, vorsichtige Kritik. „Bei fast jeder Schiedsrichterentscheidung haben sich mein Trainerkollege und ich fragend angeschaut." Noch deutlicher werden die Gastgeber, die folgendes auf ihrem Internetauftritt verlauten lassen: „Eines möchten wir noch sagen: Liebe Verantwortlichen des HVW, mit so einer Schiedsrichterbesetzung machen sie den Handballsport tot! Erstens besetzten Sie ein Spitzenspiel (Erster gegen Zweiter) nur mit einem Schiedsrichter und zweitens sollte man diesem Schiedsrichter verbieten, jemals wieder ein Spiel zu pfeifen. Was wir, und mit wir meine ich die Mannschaft TS Dornbirn, die Mannschaft von Ailingen und alle anwesenden Zuschauer, hier für eine katastrophale Schiedsrichterleistung und eine noch größere Selbstdarstellung gesehen haben, hat mit Handball und Fairness im Handball nichts mehr zu tun!". Klare Worte, die das sportliche Geschehen in der Messehalle völlig in den Hintergrund drängen. Dabei zeigten die TSG-Herren um Torhüter David Pietsch eine ordentliche Leistung, standen in der Anfangsphase im Deckungsverbund gut sortiert und verwerteten im Angriff die Würfe treffsicher. Lediglich im Tempogegenstoß und in den Auslösehandlungen hatten die Gäste Schwierigkeiten – und das selbst in Überzahl. Dennoch nahm der Tabellenzweite einen 13:11-Vorsprung mit in die Halbzeitpause. Auch im zweiten Abschnitt einer zerfahrenen Partie mit 15 (!) Zwei-Minuten-Strafen hatte die TSG in der Offensive zu wenig Varianten im Spiel und versuchte es zu oft mit Einzelaktionen. Der Spitzenreiter glich in den Schlussminuten aus und wendete das Blatt zum verdienten 23:21-Erfolg, der hinterher – wie erwähnt – für reichlich Gesprächsstoff sorgte. „Wir wollen nun alles in die verbleibenden Spiele stecken, um das Ziel Relegation aus eigener Kraft zu schaffen", betonte Heerdt, der auch Stunden später ziemlich aufgebracht war.
TSG: David Pietsch, Löchle (Tor); Locher (4), Sadowski (4), Lars Rossi (3), Manuel Kuttler (3), Mayer (3), Oliver Rossi (2/2), Marc Kuttler (1), Philipp Pietsch (1), Felbinger.
Von Thomas Schlichte